Was für Abenteuer haben wir am Mastallone schon erlebt!
Das Beeindruckendste hatten wir im August 2020. Oberhalb von Varallo zeigte uns der Fluss seine ungemütliche Seite. Das Wasser war braun und dick wie siedend blubbernder Kakao, aber wild und
ungestüm, wie ein valsesianischer Wolf, der sich darin die Zunge verbrannt hatte.
Diese Tage war alles ganz anders. Schon bei der Anfahrt zum Treffpunkt im Ristorante «Piano delle Fatte» zeigten sich die tiefen Pools von ihrer schönsten Seite. Klar und verführend farbig wie
Gin in einer blauengrünen Flasche. Darin dunkle Streifen, die sich verheissungsvoll in der Strömung hin und her bewegten.
Aber alles der Reihe nach.
Nachdem wir uns im «Piano delle Fatte» in Cravagliana mit Apérol-Spritz und Bier von den ersten Eindrücken beruhigt hatten, wurde die rund 4 Kilometer lange Strecke «La Selva» in vier Abschnitte
aufgeteilt. So konnten sich 2 bis 3 Fischerinnen und Fischer einen Kilometer Strecke teilen. Genügend für einen ganzen Tag, zumal wir auf allen Strecken alleine waren und die fischreichen und
schwer zu befischenden Pools sehr zum längeren Spotten und Verweilen einluden.
Den Freitagabend verbrachten wir in der gemütlichen Trattoria «Giacomazzo» in Boccioleto und genossen die sehr feine Küche. Die Nacht verbrachten wir im hübschen, uralten «Sassiglione Vacanze»,
einem einfachen, günstigen Hotel, mit architektonisch imposanter Inneneinrichtung. So beindruckend, dass manche von uns in dieser Nacht nur kurz die Augen schliessen konnten.
Da wir die Patente schon am Vortag gelöst hatten, ging es am Samstag schon früh los. Zu Beginn zeigten sich die Fische bei kühlen Temperaturen nur wenig kooperativ. Erst ab 10h30 ging es so richtig los, bis der 12-Uhr-Apéro und das Mittagessen einen abrupten, aber doch willkommenen Stopp setzten. Nach der Stärkung im «Piano delle Fatte» gings am Nachmittag mit intensivem und erfolgreichem Fischen weiter. Es landeten viele Regenbogenforellen, kaum Bachforellen und weder Äschen noch Marmoratas in unseren Keschern. Das war vor wenigen Jahren – vermutlich vor den grossen Unwettern – noch anders. Und für alle die jetzt noch den besten Köder kennen möchten: Die berühmte schwarze Ameise war es für einmal nicht!
Text: Stefan Wenger
Fotos: Manuela Erlenmayer, Till Manz, David Miesch, Nicholas Shaw, Dominic Stucky, Pascal Wenger, Stefan Wenger, Daniel Zürrer


































































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