Fliegenfischen Oberwallis

Was fliegt denn da?

Eins vorweg! Es ist unmöglich, hier die gesamte Insektenkunde zu behandeln. Wir beschränken uns lediglich auf grundlegende Angaben.

 

Es werden werden folgende Arten von "Ködern" für das Fliegenfischen unterschieden:

  • Nymphen
  • Nassfliegen
  • Trockenfliegen
    • Eintagsfliegen (Ephemeroptera) z. B.: Maifliege, Flügel aufwärts gerichtet
    • Steinfliegen (Plecoptera) Flügel flach über dem Körper
    • Köcherfliegen (Trichoptera) Sammelbegriff: Sedge, Flügel dachförmig über dem Körper
    • Schlammfliegen (Megaloptera) Flügel flach über dem Körper
    • Zweiflügler (Diptera) z. B. Zuckmücken, Kriebelmücken, Schnacken, Stechmücken Flügel seitlich abstehend
  • Streamer

 

Nymphen

© swissflies.ch
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Nymphen leben am Gewässergrund. Nach der Eiablage des Insektes schlüpfen die kleinen Larven am Grund und leben dort für einige Zeit zwischen den Steinen, an Algen oder Totholz. Um den Platz zu wechseln lassen sie sich einfach mit der Strömung flussab treiben. Auf diesen Moment haben die Bachbewohner gewartet. Die Fische stehen in der Strömung oder in Gumpen und brechen kurz aus um eine vorbei treibende Nymphe zu schnappen!

 

Wenn der Fliegenfischer dieses Verhalten der Fische beobachtet, spricht er auch davon, dass die „Fische nymphen“ und knotet schnell eine entsprechende Imitation an. Besonders im Frühjahr, ein paar Wochen nach der Eiablage, sind viele Nymphen unterwegs und dann fangen diese Imitationen, treibend in der Strömung, eigentlich immer.

 

Die Nymphe wird stromauf geworfen und treibt auf den Fliegenfischer zu. Der hinter dem Vorfach eingeknüpfte Bissanzeiger signalisiert den Biss. Die Nymphe darf auch einige Meter am Angler vorbeitreiben und dann an der Schnur gehalten werden, wobei sie von der Strömung hochgedrückt wird und damit ein aufsteigendes Insekt ("Emerger") imitiert. Ist es nötig, die Nymphe sehr schnell sinken zu lassen, um sie einer Forelle in einem tiefen Gumpen anzubieten, empfiehlt sich ein geflochtenes, beschwertes Vorfach. Der Nachteil ist, dass das Feingefühl leidet und spitze Bisse schlecht zu erkennen sind.

Nassfliegen

© swissflies.ch
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Nassfliegen sollen Insekten imitieren, die ihr Larvenstadium am Grund beendet haben und nun zur Wasseroberfläche aufsteigen. Um dann, an der Wasseroberfläche angelangt, schnellstmöglich verschwinden zu können, bricht bereits auf dem Weg zur Oberfläche die Haut bei den Larven auf und erste Flügel sind zu sehen. Entsprechend werden bei Nassfliegen bereits nach hinten geklappte, kleine Flügelchen eingebunden.

 

Wenn sich die Fische vom Grund lösen und aufsteigen, aber nicht die Wasseroberfläche durchbrechen, dann ist die Zeit für eine Nassfliege gekommen.

 

Der Fliegenfischer lässt Nassfliege zum Grund durchsacken und zupft dann die Fliege gegen die Strömung in kurzen Zügen zur Oberfläche oder lässt, durch festhalten der Schnur, die Strömung diese Arbeit erledigen. Die Bisse kommen hart und kraftvoll!

Die Nassfliege wird stromab eingeworfen und gegen die Strömung ungleichmäßig zurück gezupft.

Trockenfliegen

© swissflies.ch
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Mit Trockenfliegen werden Insekten imitiert, die zur Eiablage auf der Wasseroberfläche gelandet sind (z.B. "Eintagsfliegen"), als Nymphe zur Wasseroberfläche aufgestiegen und kurz vor dem endgültigen Schlupf stehen („Emerger“) oder Landinsekten (z.B. "Käfer", "Grashüpfer") die vom Ufer ins Wasser gefallen sind und nun ums Überleben kämpfen. Die Fische steigen nach diesen Insekten und sammeln sie von der Oberfläche ein.

 

Der Fliegenfischer erkennt die Situation ziemlich schnell, denn Ringe und kleine Platscher verraten steigende Fische deutlich. Trotzdem ist das Fischen mit der Trockenfliege ziemlich heikel…denn die Fische haben hier am meisten Zeit unsere Imitation zu begutachten. Wirft das Vorfach einen Schatten oder treibt die Trockenfliege unnatürlich im Wasserfilm (sie „furcht“) dann wird die Fliege von den Fischen verschmäht.

 

Die Trockenfliege wird gegen die Strömung, also stromauf geworfen und treibt dann auf den Fliegenfischer zu, wobei die Schnur nach und nach aufgenommen wird, um den direkten Kontakt mit dem Köder zu halten, ohne diesen zu ziehen. Einen Biss erkennt man am typischen Ring, der sich um den Köder bildet.

Streamer

© swissflies.ch
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Eigentlich sind Streamer keine richtigen „Fliegen“ im herkömmlichen Sinne des Fliegenfischens. Sie imitieren kleinere Beutetiere, meist junge Fischchen, Krebse oder Amphibien, die eine weitere wichtige Nahrungsquelle, insbesondere für große Räuber, darstellen. Ab einer bestimmten Größe ernähren sich Fische nicht mehr von Insekten, sondern brauchen größere Nahrung.

 

 

Von Mini-Streamern (für große Bachforellen) bis handlangen Großfliegen (für Hecht, Huchen, Lachs) reicht die Palette.

 

Streamer werden wie Nassfliegen stromab eingeworfen und gegen die Strömung gezupft. Der Streamer ist in allen Tiefen erfolgreich, wobei schon geringste Bewegungen genügen, ihn lebendig spielen zu lassen!